Der lange Weg in die Erneuerbaren Energien und ihre Herausforderungen

Der lange Weg in die Erneuerbaren Energien

März 7, 2014
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by S. Biel
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Energie & Technik, Hausbau
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+Erneuerbare Energien ++ Erreichen der Klimaziele ++ Gesundheitsgefährdung durch Styropor ++ Atomkraftwerke kurz vor dem Koller ++ RWE macht Milliarden Verluste ++ Derzeit überschlagen sich die Schlagzeilen. Statt vorwärts geht es Down Under sogar rückwärts. Australien fährt die Kohlekraftwerke wieder hoch.

Nach enormen Verlusten bei den Erneuerbaren Energien und den scheinbar schlechten Erfahrungen, die in Deutschland gemacht werden. In Australien werden die Uhren zurückgedreht. Aus Angst vor explodierenden Strompreisen wird ein staatliches Gaskraftwerk stillgelegt. Stattdessen fahren zwei Kohlekraftwerke wieder an. Als einer der wichtigsten globalen Kohleproduzenten waren sie eh nie richtig mit dem Herzen dabei.

Greenpeace warnt vor einem Super-Gau der Atomanlagen. Vor allem die Lagerstätten für den Atommüll brechen langsam zusammen. Leise rosten die Fässer mit dem verstrahlten Müll in irgendwelchen ausrangierten Bergwerksstollen vor sich hin. Wasser dringt ein, Korrosion droht und ein Bergen der Fässer ist unmöglich. Im Atomlager Asse dringen täglich 12.000 Liter Wasser in ein Bergwerk. Dort rosten 126.000 Fässer mit atomarem Müll vor sich her und können nicht mehr raus. Eine Bergung dort würde Millionen verschlingen. Also bleibt alles dort wo es ist und jeder hofft, dass die meterdicken Wände halten. Bis 2033 bleibt das Atomlager bestehen, dann soll die Rückholung starten. Falls das Bergwerk dann noch steht.

Nicht einmal die EU-Staaten sind auf einem einheitlichen Kurs unterwegs. Weniger als die Hälfte hat sich verpflichtet, bis 2030 mindestens 27 Prozent des Energiebedarfs durch Erneuerbaren Energiequellen zu decken. Auch in den Themen zur Treibhaus-Reduktion und Energie-Effizienz wurde keine Einigung erzielt. Manch einer freut sich, dass zumindest 13 Staaten, den Ausbau der Öko-Ziele weiterhin verfolgen. Anderen geht es weder schnell, noch die Maßnahmen weit genug.

Das Thema Energiewende sorgt nicht nur bei der Großen Koalition immer wieder für Turbulenzen. Auch an der Börse ist dies ein Thema mit großen Auswirkungen. Einer der großen Verlierer ist ohne Frage der Versorger RWE. Dort wurde man kalt erwischt und fährt nun Milliarden an Verlusten ein. Nicht einmal die bestehenden Unkosten werden derzeit durch die laufenden Kraftwerke gedeckt. Es wirkt fast so, als ob die Konzernriesen die Energiewende verschlafen haben.

Fast exakt drei Jahre liegt der Atomunfall in Fukushima nun hinter uns. Dieser Unfall hat auf der Welt tiefe Spuren hinterlassen und zumindest einen Denkprozess angestoßen. Beschlossen wurde der Atomausstieg bis 2022. Der Umbau des Energiesystems soll bis 2050 zu mindestens 85 Prozent aus erneuerbare Energien kommen. Ein ehrgeiziges Vorhaben! Deutschland will seine Klimaziele erreichen. Doch was ist denn nun überhaupt eine Energiewende? Und wann soll diese Wende geschafft sein?

Da drängen sich viele Fragen auf. Deutschland ist eine Industrienation und braucht viel Energie. Diese muss günstig, transportabel und speicherbar sein. Fakt ist, das unsere Ölreserven nicht ewig halten und dazu einen enormen CO-2 Ausstoß verursacht. Was ist denn nun die Wende? Motten wir unsere Energiekonzerne nun ein? Legen wir riesige Stromtrassen quer durch die Landschaft?

Einer der Ersten, die umdachten, war der amerikanische Umweltforscher Amory Lovins. Er skizzierte 1980 eine Zukunft, die auf sauberen, erneuerbaren Energien aufbaut. Die deutsche Ausgabe seines Reports trug den Titel „Energie-Wende“. Diese Wende startete dann 2001 mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) der rot-grünen Koalition durch. Heute schickt uns Amerika Warnungen über den Ozean. Deutschland wird die Energiewende Milliarden kosten. Zumindest wenn es nach den Fachleuten des Analyseunternehmens IHS geht. Die Empfehlung aus der aktuellen Studie lautet: Raus aus der Förderung von Offshore Windkraftanlagen. Dafür mehr Konzentration auf produziertes Gas, sowie Onshore Windenergie und Solarstrom. Über den IHS, der die Expertise erstellt hat, muss man nun folgendes wissen: Diese Studie wird von Unternehmen aus der Chemie-, Öl- und Gasindustrie bezahlt. So sponsern etwa BASF, Bayer oder Exxon Mobil das Analyseunternehmen IHS. Ein Schelm, der nun böses dabei denkt.

Hinzu kommen Land auf Land ab, die Diskussionen um unsere Baustoffe. Allen voran die Styroporfassade, auch Wärmedämmverbundsystem genannt. Kurz WDVS. Abgebrannte Häuser, Entsorgung, Recycling und natürlich die Gesundheitsgefährdung. Nicht nur unsere Häuser werden damit eingepackt. Seit jeher dient der Kunststoff der Verpackungsindustrie. Joghurt, CD-Hüllen bis zu Kisten mit Fisch wird neben dem Haus alles Mögliche damit verpackt.

Statt Voranzuschreiten scheint es so, das sich der Weg in die erneuerbaren Energien im Kreis dreht. Die Energiewende ist noch nicht in allen Herzen angekommen und sie ist ein Jahrhundertprojekt! Manches braucht Zeit und anderes muss schlicht und ergreifend erst noch erfunden werden. Wir wissen, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, da sind unsere Vorkommen an fossilen Brennstoffen leer. Spätestens dann, sollten wir eine echt gute Alternative haben, bevor das Licht ausgeht.

 

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